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Was Coaching auf keinen Fall ist: Drei nicht ganz ernst gemeinte Hinweise!

Immer wieder gibt es Menschen, die nicht genau wissen, was Coaching eigentlich ist oder Coaching mit anderen Methoden verwechseln.
Ich möchte deshalb mit 3 Beispielen aus meiner Coachingpraxis gängige Missverständnisse aus dem Weg räumen.

1. Coaching ist  keine Arbeit an anderen!

Es kommt immer wieder vor, dass Klienten mit Zielen in die Beratung kommen, deren Erfüllung weder in ihrer Macht noch in ihrer Verantwortung steht,  auch wenn sie wünschten es wäre anders. Das sind dann etwa Fragestellungen wie diese:

– Wie bringe ich meinen Kollegen dazu, dass er das Projekt X ganz an mich abgibt?
– Was kann ich tun, damit mein Chef dem Abteilungsleiter X mal so richtig die Meinung sagt.
– Wie bringe ich meinen Exmann dazu, nur noch zu zahlen und sich ansonsten in nichts mehr einzumischen.
Wenn Sie ihre Mitmenschen nur dazu bringen wollen, in dieser oder jener Richtung nach Ihrer Pfeife zu tanzen und sich gleichzeitig jeglicher Form der Selbstreflexion entziehen möchten, gehen Sie besser zu einem Woodoo-Priester. Eventuell haben diese Zauberkünstler für solche Vorhaben die besseren Methoden!

2. Coaching ist keine Beichte:

Ich hatte mal einen Klienten, der mir in aller Ausführlichkeit erzählte, wie er seine Frau über Jahre hinweg systematisch betrogen und mit welcher Raffinesse er das angestellt hatte. Nachdem ich mir das eine Weile angehört hatte, sagte ich ihm:

„Wissen Sie, mir kommt es gerade so vor, als wollten Sie ihr Gewissen hier erleichtern. Ich kenne da eine wunderbare Einrichtung, die diese Art der psychologischen Hilfe institutionalisiert hat. Die Einrichtung ist darin seit vielen Jahrhunderten sehr erfolgreich und bietet diesen Service sogar kostenlos an.
Falls Sie also beichten wollen, gehen Sie doch einfach in eine Kirche!
Wenn Sie mit mir an den Lösungen für ihre Probleme arbeiten wollen, sagen Sie mir einfach Bescheid!“ Danach hat er mir nie wieder von seinen Frauengeschichten erzählt.

3. Coaching nimmt Ihnen nicht ihre Zweifel!

Wenn Sie z.B. immer wieder Probleme haben sich zu entscheiden oder Ihre eigenen Entscheidungen immer wieder in Frage stellen, werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Ergebnisse, die Sie in den Coachingsitzungen erarbeiten anzweifeln.

Da hilft dann nur, den Zweifel selbst zum Thema zu machen.
Das ist in der Tat ein ziemlich gutes Coachingthema.
Da Sie es im Zweifeln ja schon zu einer gewissen Meisterschaft gebracht haben, empfehle ich Ihnen folgende Methode:

Gehen Sie doch einfach mal mit dem Zweifel in den Zweifel und zweifeln Sie ihre Zweifelei mal ordentlich an! Ohne allerdings daran zu verzweifeln, ist doch klar!
Da der Zweifel in der Regel alles kaputt macht, sollte er auch ihre Verzweiflungstortur auseinandersprengen!
Und wenn Sie damit fertig sind, dürfen Sie gerne wieder ins Coaching kommen!

Sie sehen also: Ob ein Coaching hilfreich ist oder nicht, hängt auch von Ihrer Fragestellung ab!
Falls Sie sich in diesem Artikel wiedererkannt haben sollten: Keine Sorge! Ein Coach kann Ihnen auch helfen, die “richtigen” Fragen zu entwickeln ;-)

3 Gedanken über “Was Coaching auf keinen Fall ist: Drei nicht ganz ernst gemeinte Hinweise!

  1. Roland Kopp-Wichmann

    Hallo Birgit,
    gute Klarstellung, die immer mal wieder nötig ist.
    Ich kann aus meiner Arbeit noch ergänzen:
    1. Coaching ist kein Arztbesuch, wo man sein Problem abgibt und der Coach einen behandelt.
    2. Coaching ist keine Therapie, obwohl sich das zuweilen daran anschließen kann. Denn manche Themen sind keine Sachprobleme sondern Persönlichkeitsprobleme.

    Ich stimme zu, dass Coaching keine Beichte ist, aber für viele ist es oft der einzige Ort, wo sie mal über ihre Sorgen sprechen können ohne gleich mit gut gemeinten Ratschlägen zugetextet werden.

    1. Birgit Beitrags Autor

      Hallo Roland,

      der Vergleich mit dem Arztbesuch ist sehr treffend.
      Und es stimmt natürlich, dass ein Coaching ein Ort – vielleicht der einzige – ist, indem Probleme besprochen werden können.
      Man bekommt als Berater aber nach einer Weile ein Gefühl dafür, ob das ausführliche Erzählen einer Problematik hilfreich ist, oder die Problematik noch verstärkt.
      Ich zitiere hier Bert Hellinger einmal frei: "Es ist ganz einfach ein Problem aufrecht zu erhalten. Man muss es nur wieder und wieder beschreiben."
      In so einem Fall muss der Coach – meiner Meinung nach – einschreiten, um die Muster zu durchbrechen.
      Einen solchen Fall hatte ich gemeint!

  2. Michael P. Klotz

    Mein Beitrag zum Thema: Was Coaching nicht ist: Coaching ist keine Abladestelle für Probleme, so nach dem Motto: "Ok, ich habe dir jetzt beschrieben, was nicht stimmt, jetzt mach mal mein Leben schön!" Ich fand das Bild für Coaching ganz treffend, wo der Coachee in einem Ruderboot auf seinem Lebensfluß sitzt und paddelt, und der Coach vom Flußufer (oder auch einmal aus der Unterwasser- oder Hubschrauberperspektive) auf die Situation und ihn/sie schaut, und mit seinem "Werkzeugkasten" Anstöße zur Weiterentwicklung gibt – am Besten solche, die der Klient dann auch selbständig anwenden kann.

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