SEI EINFACH! “Kommunikation ist Wertvoll” Blog-Parade

SEI EINFACH! “Kommunikation ist Wertvoll” Blog-Parade

Kommunikation kann manchmal ganz schön kompliziert sein. Der eine sendet etwas auf einem Kanal, der andere empfängt es auf einem anderen Kanal, dieser sendet auf noch einem dritten Kanal zurück und schon haben wir den Kommunikationssalat.
Klare Kommunikation ist einfach, wenn auch nicht immer leicht.

Judith Torma Gonzalves hat mit Ihrem rhetorikblog eine Blogparade zum Thema “Kommunikation ist wertvoll” initiiert, an der ich auch teilgenommen habe. Hier ist der Link zu der Seite:

http://rhetorikblog.com/kommunikation-ist-wertvoll/virtuelle-bucheintrage-kommunikation-ist-wertvoll/#.TwSuhZguiMM

Es geht darum eine Buchseite im Buch “Frida” frei zu gestalten. Viele Trainer-KollegInnen haben sich schon daran beteiligt.

Wer das Buch als ganzes sehen möchte, kann sich meinen kleinen Film dazu anschauen:

[youtube]juQhnwKUZm8[/youtube]

Hier sind einige Erläuterungen zu meinem Beitrag  “SEI EINFACH”.

1 ) Du willst verstanden werden? Erkläre!

Und wie erklärst Du am besten? Eine Aussage ist klar, wenn Sie ein paar einfachen Regeln folgt. Friedemann Schulz von Thun schlägt dazu die Formel: “SEX stimuliert” vor!

S = Struktur (ein Gedanke folgt nach dem anderen)
E = Einfachheit (kurze, einfache Sätze, bei Kritik gerne in Ich-Botschaften)
X = eXaktheit (Präzise, genau sein, statt etwa weitschweifig)
Zusätzliche Stimulanz (z.B. ein Bild oder ein Beispiel )

Statt eines langatmigen, wild durcheinander fliegenden Geschwurbels unpriorisierter Fakten, konzentriere Dich auf eine folgerichtige Struktur. Z.B. wenn Du Feedback gibst.
Statt: Irgendwie denke ich eigentlich, dass wir öfter mal gemeinsam aufräumen sollten und da fällt mir übrigends ein, dass die Teller noch in der Spüle sind und überhaupt liegen hier öfter mal Unterlagen von Dir herum und neulich hast du mir sogar einfach nur zugeschaut und gar nicht mitgeholfen. Ich meine: Findest Du das fair…?
Besser: In letzter Zeit kam es öfter vor, dass ich Deine Sachen wegräumen musste, weil ich sonst keinen Platz mehr zum Arbeiten gehabt hätte. Ehrlich gesagt: Mich ärgert das!  Ich wünsche mir, dass sich das ändert. Ich schlage Dir deshalb vor, dass wir zu einem festgelegten Zeitpunkt einmal die Woche zusammen das Büro aufräumen. Was hälst Du von der Idee?”

Warum den so kompliziert?

2) Hast du eine Frage? Frag!

Viele Kommunikationspannen entstehen nur dadurch, dass wichtige Fragen in den entscheidenden Momenten nicht gestellt werden!
Das liegt häufig daran, dass einige Menschen einem inneren Zensor gehorchen, der sie davon abhält wichtige Fragen zu stellen!

Gedanken, die Dich vom Fragen abhalten können, sind:
– Ich möchte nicht dumm aussehen!
– Vielleicht wurde es schon erwähnt und ich habe nicht aufgepasst. Es wäre peinlich, wenn das aufflöge!
–  Meine Frage ist sicher unwichtig für das  Gesamtverständnis.
– Ich kenne die Antwort schon
– Wenn ich das frage, gibt es Stress!

Beispiele für wichtige Fragen, die häufig nicht gestellt werden sind:

  • “Was genau erwarten Sie von mir?”
  • “Was muss konkret passieren, damit sie sagen  können, dass unsere Zusammenarbeit ein Erfolg war?”
  • ” Wer ist noch daran beteiligt?”
  • ” Wer muss noch von der Entscheidung erfahren?”
  • “Wessen Einverständnis brauchen wir noch, um loslegen zu können?”
  • ” Was befürchten Sie, wenn sie sagen, dass ….!”
  • ” Wie meinen Sie das?”
  • “Habe ich Sie richtig verstanden, Sie wollen …?”
  • “Was wollen Sie wirklich?”

3) Stört Dich etwas? Sag es!

Natürlich wollen die meisten Menschen keine “Störenfriede” sein.
Deshalb wird “um des lieben Frieden Willens” häufig so lange geschwiegen, bis der Kragen endgültig platzt oder sogar bis man ein “Mobbing-Opfer” wird.
Lass doch einmal diesen Satz auf Dich wirken: Es ist völlig Okay Grenzen zu haben und zu zeigen! Na? Ist es Okay für Dich? Oder gehörst Du vielleicht zu den Menschen, für die es völlig Okay ist, dass andere Menschen in Dein Terrain einbrechen!
Wenn Dich etwas stört, kannst Du Dich fragen: Willst Du, dass es sich ändert oder kannst du damit leben? Vielleicht kannst du gut damit leben, dass Dein Kollege gelegentlich zu Zweier-Gesprächen ein paar Minuten zu spät kommt. In Meetings stört es Dich aber sehr. Dann sag es einfach! Es ist wichtig, dass die anderen Deine Grenzen kennen, damit sie sie nicht unwissend überschreiten. Auch Du lernst Deine Grenzen besser kennen und respektieren, wenn Du über sie sprichst.

Kommunikationstreppe

4) Läuft es anders als geplant? Lass einfach los!

Zwei Mönche pilgern schweigend einen Weg entlang. Plötzlich kommen Sie an ein Flussufer. Am Ufer sitzt eine junge, hübsche Frau. Der erste Mönch spricht ein wenig mit ihr, nimmt sie auf die Schultern, trägt sie über den Fluss und setzt sie ab. Die Mönche pilgern schweigend weiter. Nach drei stillen Stunden dreht sich unvermittelt, der zweite Mönch zu dem ersten um und ruft empört: “Wie konntest Du nur mit dieser Frau sprechen und sie auch noch anfassen!” Der erste Mönch entegegnet ihm: “Ich habe die Frau am anderen Ufer abgesetzt, aber du trägst sie immer noch mit Dir herum.”

Diese Geschichte lehrt einiges über das Loslassen. Woran hälst Du z.B. fest, obwohl Du es gar nicht mehr verändern kannst, weil es längst vergangen ist? Mit welchen unerledigten Geschichten, unerfüllten Erwartungen quälst Du Dich gerne selbst? Und wer könntest Du sein, wenn Du einfach frei von diesen Erwartungen und Geschichten wärest?

– Du wurdest nicht befördert, obwohl du “dran” gewesen wärest?” Lass einfach los!
– Ein Verabredung hat nicht geklappt? Lass einfach los!
– Du hast bestimmte Vorstellungen über den Verlauf einer Feier und Dein Partner, Deine Familie macht etwas ganz anderes? Lass einfach los!

Das soll nicht etwa heißen, dass Du keine Pläne machen sollst. Mach Pläne, aber bleib flexibel! Sei absichtsvoll und absichtslos dabei! Plane gut, aber klebe nicht an dem Ergebnis, denn jede Form von Kleben an Vorstellungen erzeugt Stress, weil es ein Nein zur Wirklichkeit im Jetzt ist.

Natürlich kannst Du auch beschließen etwas zu ändern, falls Dich etwas stört. Siehe Punkt 3! Aber wenn Du es beschlossen hast, lass auch das wieder los und mach Dich entspannt an die Veränderung!

5) Sei im Moment!

Ja wo denn sonst, fragst Du vielleicht! Genau! Es gibt ja auch kein Anderswo!
“Yesterday is history. Tomorrow is a mystery. And Today? Today is a gift. That’s why we call it the present.”, heißt es in einem Zitat.
Weißt Du das Geschenk zu schätzen? Bist Du wirklich mit Deiner ganzen Kraft im Moment? Oder hälst Du etwas zurück , sparst Deine Kraft und Freude für die Zukunft auf?
Wenn Du mit anderen kommunizierst, sei es persönlich, telefonisch oder via Mail, dann bleibe mit einem Teil Deiner Aufmerksamkeit bei Dir, in Deinem Körper. Nimm Deine Gefühle und Gedanken wahr ohne sie zu werten. Nimm Deine Lebendigkeit wahr! Fühle immer wieder auch in kleinen Alltagssituationen, dass Du lebendig bist. Du kannst Dich immer nur jetzt lebendig fühlen! Nicht gleich, nicht später, nur jetzt! Wenn Du Dich jetzt nicht lebendig fühlst oder Dir nur die Erlaubnis gibst, Dich am Wochenende während Du Deinem Hobby nachgehst, lebendig zu fühlen, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass es Dir am Wochenende auch nicht gelingt!
Es besteht dann die Gefahr, dass Du nur noch “funktionierst”. Wer “funktioniert”, hat keinen echten Kontakt zu seiner inneren Lebendigkeit und brennt leichter aus. Achte also jetzt auf Dich!

6) Sei Glücklich!

Erlaube Dir glücklich zu sein – jederzeit.
“There is no way to happiness, happiness is the way!”, wissen die Buddhisten.
Es gibt viele unbewusste Programme, die Glücklich-Sein verhindern. Viele Menschen erlauben sich keine Lebensfreude, weil sie etwa unbewusst ihren ebenso unglücklichen Eltern treu bleiben wollen und einen unbewussten Vertrag eingegangen sind.  Nach dem Motto: “Ich darf nicht glücklicher sein als meine Mutter. Das wäre Verrat!”
Ein anderes Programm kann die gesellschaftliche Prägung sein. Als erfolgreich gilt nur, wer mit dem Jetzt-Zustand noch nicht zufrieden ist und stattdessen immer neue Ziele verfolgt.  Natürlich ist es gut, Ziele zu haben und sie zu verfolgen. Es ist aber genauso wichtig zu lernen, unterwegs bereits glücklich zu sein. Wenn Du zu viele Bedingungen ans Glücklichsein knüpfst, bist du nicht mehr frei jetzt schon glücklich zu sein.
Bedingungen können Vorstellung sein wie:

  • “Ich muss erst noch diese Ausbildung fertig machen, dann bin ich glücklich”
  • “Wenn ich erst richtig schlank bin, dann bin ich glücklich!”
  • “Wenn mein Chef mich nur öfter mal wahrnehmen würde, dann wäre ich viel glücklicher!”

Glücklich-Sein ist hier aber nicht als Gefühl zu verstehen. Es geht nicht um das Glücksgefühl, das man hat, wenn man etwa die Ausbildung abgeschlossen hat oder ein Lob erhält.
Es geht mehr um einen Seins-Zustand. Etwas poetischer: Glücklichsein ist ein flüssiger Zustand, der dem lebendigen, offenen Herzen entströmt. Ganz von selbst! Ohne dass man etwas bestimmtes tun müsste. Man muss nur lauschen, auf das Glück, dass unter den Gedanken und Gefühlen leise vor sich hin strömt. Eine Möglichkeit diesen natürlichen Glücks- und Geisteszustand mehr in sich wahrzunehmen, bieten viele Meditationswege an. Das Überraschende daran ist, dass es wie die Sufis sagen “näher als die eigene Halsschlagader ist.” Jederzeit und für jeden verfügbar eben, man muss nur wissen wo man suchen muss!
Deshalb noch der kleine Hinweis: “Die längste Reise im Leben ist die vom Kopf zum Herzen ;-)”

7) LEUCHTE!

Jetzt wird´s ja ganz esoterisch, denkst Du vielleicht.
Ich meine: Fast jeder leuchtet auf seine Weise und kann die Welt ein wenig heller machen. Trage dazu bei, dass die Alltagssituationen, die du erlebst durch Dein Sein, Deine Wortbeiträge und Deine Kreatvität ein wenig heller werden. Sei ein Geschenk für uns!

Sorge dafür, dass die meisten Menschen, denen Du begegnest hinterher sagen können: Diese Begegnung hat mich bereichert! Das ist für beide Seiten eine Lebenshaltung, die zutiefst befriedigend ist. Dabei soll dies natürlich keine weitere fixe Vorstellung sein, an die Du Dich binden könntest. Man muss sich das auch nicht “vornehmen”.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieser Wunsch, es etwas heller zu machen, einfach und natürlich einem offenen Herzen entströmt.
Diesen Impulsen entspannt zu lauschen und zu folgen, reicht meist völlig aus.

In Asien sagt man:
“Die ganze Dunkelheit der Welt kann das Licht einer Kerze nicht auslöschen.”
Das meint, dass du Dich lediglich auf das zu konzentrieren brauchst, was sowieso schon gut und stark in Dir, den anderen und der jeweiligen Situation ist.  Das gilt es lediglich zu stärken!  Es ist häufig gar nicht nötig zu lange auf das Problem und seine Ursachen zu schauen. Die Lösung zu fokussieren und konsequent zu verfolgen ist oft viel effizienter und macht auch mehr Spaß!  Viele Coaching-Ansätze funktionieren hervorragend mit dieser einfachen Methodik.
Ganz einfache Fragen können sein:

  • Was ist bereits gut hier?
  • Und wie können wir das noch verbessern?

Im Grunde ist es also gar nicht so schwer, einfach zu sein. Es ist sogar herrlich leicht, weil Du viel leichter und unbeschwerter durch´s Leben gehen kannst. Und falls Dir das alles zu einfach erscheint, habe ich noch eine Geschichte für Dich:

Ein Journalist interviewt einen 100-Jährigen zum Geburtstag. Er fragt ihn: “Wie haben Sie es nur geschafft so alt zu werden. Gibt es vielleicht ein Geheimnis?” Der Mann antwortet: “Ja! Ich streite mich nie! “Was?”, ruft der Journalist, “es kann doch unmöglich so einfach sein!”
Der alte Mann nickt und entgegnet: “Sicher haben Sie recht!”

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