Das Lobexikon – Wie Sascha Lobo unseren „Wortschatz“ verloblödelt

Meine Lieblingsreisestrecke ist die Bahnstrecke von Berlin nach Hamburg.

Sie ist schneller als eine Autofahrt von Berlin-Lichterfelde nach Berlin-Pankow und sie gibt einem ein unglaublich gutes Metropolen-Hopping-Gefühl.

Heute las ich als I-Tüpfelchen auf diesem Reisegefühl die hauseigene Bahnzeitschrift  “mobil“, die immer mal wieder amüsante Artikel enthält.

In der Novemberausgabe findet sich ein Auszug aus dem Buch “Wortschatz” von Sascha Lobo.

"Wortschatz" von Sascha Lobo

“Wortschatz” von Sascha Lobo

Es handelt sich dabei um ein Konglomerat von Wortschöpfungen, die er für eine Kolumne in der Zeitschrift Neon ersponnen hat und in denen  alle Bereiche des modernen Lebens verloblödelt werden.

Das Lobexikon ist so köstlich geschrieben, dass ich nur zu gerne einige Highlights daraus mit Euch teile:

Verbossen: ….Mit der Ernennung zum Boss verbosst eine Person schließlich unwiderruflich, bietet seinen exbefreundeten Neuuntergebenen das Sie an und verhält sich auch sonst in jeder Hinsicht krawattig.

Kantoffel: Bei der Kantoffel handelt es sich um eine entfernte Verwandte der Kartoffel, die bereits bei der Ernte extrem mehlig und vollkommen geschmacksfrei ist und deshalb in den Kantinen der Welt bevorzugt eingesetzt wird…..

 

Schmeeting: Kurzform für Scheißmeeting.

Friendgehen: Mit Facebook-Freunden fremdgehen.

Sich ver-heiraten: Sieht am Anfang aus wie normales Heiraten, aber irgendwann wird einem klar: Man hat einen Verbindungsfehler gemacht und sich ver-heiratet.

Jetlägerig: Das fehlende Adjektiv zu Jetlag.

Hochunbegabte: ….wer des „lobischen“ mächtig ist, versteht diesen Begriff auch schon ohne Übersetzung

Allegie: Die Allegie ist eine phasenhaft auftretende Störung, in der man auf alle allergisch reagiert. Sie kann von ein paar Minuten bis zu acht Jahren andauern…..

Allephobie: Die Allephobie ist nicht die Angst vor allen. Allephobie ist die Angst davor, dass der Handy- Laptop- oder Kamera-Akku leer sein könnte.

Insgesamt scheint dieser neue „Wortschatz“ so anregend zu sein, dass es sich lohnen könnte ihn unter den digitalen Weihnachstsbaum zu loaden. Oder man nimmt ihn als Anregung in ein Kreativitätstraining und eröffnet damit ein Wortschöpfungsspiel.

Auf jeden Fall bekommt man beim Lesen unglaublich viel Lust, selbst neue Wörter zu erfinden und ich fühle mich nach der kurzen Lektüre gerade so richtig pippilangstrumpfig angespunkt! Nee, das klingt irgendwie zu uncool, eher fühle ich mich wahrscheinlich „aufgechillt“ – eine wohlige Mischung aus aufgekratzt und gechillt, also irgendwie kreaktiviert….Ach ihr versteht schon, was ich meine!

 

3 Gedanken über “Das Lobexikon – Wie Sascha Lobo unseren „Wortschatz“ verloblödelt

  1. Martin

    Da fällt mir noch analog zu den Dimidos, den Menschen die nur Dienstags, Mittwochs und Donnerstags arbeiten, die Krankheit Mofreititis ein. Eine Krankheit die grundsätzlich Montags ausbricht und bis Freitags anhält. Überhaupt scheint der Donnerstag ein Tag zu sein an dem Heilung, zumindest für Angestellte, unmöglich ist. Krank sein am Donnerstag ist dann donnerieren. Der Freitag hat ja schon seinen passenden Namen gefunden.

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